Beruf des Lkw-Fahrers


„Keine Kapitäne der Landstraße mehr“

Der Beruf des LKW-Fahrers hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Der zunehmende Verkehr und die zunehmende Konkurrenz zwischen den Speditionen, insbesondere aus dem europäischen Ausland, führen zu einem erhöhten Zeitdruck beim Fahrer. Zudem fühlen sich viele auf ihren Touren intensiv kontrolliert, sei es durch die minutengenaue Lenkzeitenkontrolle oder durch die Datenübertragung an die Spedition.

Ihre Motivation für den Beruf ziehen die meisten Fahrer unseres Samples daraus, dass sie „die Tür zumachen können und dann niemand reinredet“, wie ein 64-Jähriger Selbstständiger sagt. „Außerdem“, so ein 46-jähriger Spediteur, „ist es ein tolles Gefühl, so hoch zu sitzen, über allen anderen“. Jedoch seien die Zeiten, in denen sie als „Kapitäne der Landstraße“ angesehen wurden, vorbei: „Als LKW-Fahrer bis Du in Deutschland nichts wert“, sagt ein 29-jähriger Trucker, denn oft würden die LKW von anderen Verkehrsteilnehmern nur als Störfaktor im Straßenverkehr wahrgenommen. Aber auch in der Logistik-Branche sehen sich die Fahrer „am Ende der Hierarchie“, sie fühlen sich oft nicht respektvoll behandelt.

Insgesamt prägen das Berufsfeld eher ältere Fahrer, Berufsverbände und Speditionen beklagen schon seit längerem einen Nachwuchsmangel. Und: Die Branche ist männlich geprägt. Von insgesamt fast 550.000 Kraftfahrern in Deutschland sind gerade einmal 1.7 % Fahrerinnen, nach Zahlen der Arbeitsagentur von 2016.

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Bild: Selbstfahrender Chef – Michael Finkbeiner mit 580 PS im Rücken|Foto: Max Ruppert

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