Nutzerzentriertes HMI

Systemkomponente


Das Gesamtziel des Vorhabens TANGO ist eine Verbesserung des Nutzererlebnisses und der Akzeptanz von automatisierten Fahrfunktionen im Lkw. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Erarbeitung eines nutzerzentrieren und neuartigen HMI- und Cockpitkonzeptes, welches die automatisierte Fahrfunktion, den Aufmerksamkeits- und Aktivitätsassistenten (AAA) sowie alle fahrzeugspezifischen Funktionen miteinander kombiniert.

Erlebbar wird das holistische HMI über eine Kombination aus visuellen, akustischen und
haptischen Elementen, da diese dem Fahrer am transparentesten den aktuellen Systemstatus und fahrzeugspezifische Informationen vermitteln können (siehe Bild).

Bild: Übersicht der präferierten Hardware-Komponenten inkl. Eingabe- und Wahrnehmungskanälen für das neue Interieurkonzept

 Ein essentieller Bestandteil des HMIs ist der AAA, welcher als eine Art virtueller Beifahrer mit dem Fahrer interagiert. Dieser wird in einem iterativen Prozess begleitend entwickelt und erarbeitet. Dabei stellt sich vor allem die Frage, ob der AAA als abstraktes Icon oder in Form eines Avatars auftreten sollte. Der Fahrer hat zudem die Möglichkeit, die Häufigkeit und Komplexität der Interaktion mit diesem System zu konfigurieren, wobei sich dabei die Art bzw. Modalität der Ausgabe den Wünschen des Nutzers anpasst. Die sicherheitsrelevanten Informationen werden bei allen Einstellungen jedoch immer an den Fahrer durchgestellt.

Hinsichtlich der automatisierten Fahrfunktion ist ein multimodales HMI Konzept für die
transparente Übermittlung von Systemstatus und Zustandsübergängen essentiell. Der Fahrer kann bei Vorliegen geeigneter Bedingungen selbständig die Fahraufgabe über eine Aktivierung bzw. Deaktivierung der automatisierten Systeme abgeben oder aufnehmen. Außerdem gibt es systemgenerierte Events, die ein sofortiges Eingreifen des Fahrers erfordern und durch das HMI ermöglicht werden müssen.

Die gleichzeitige Verfügbarkeit einander funktional sehr ähnlicher automatisierter Fahrfunktionen (SAE L2 und SAE L3) kann zur Verwechslung beim Fahrer (Mode Confusion) führen. Dadurch ist der Systemstatus (System aktiviert vs. deaktiviert) für den Fahrer neben der Übernahmeaufforderung die wichtigste Information.

Eine Anzeige der Verfügbarkeitsdauer der hochautomatisierten Fahrfunktion (SAE L3) ermöglicht dabei ein vorausschauerndes Fahrerverhalten, vor allem nach kurzen automatisierten Fahrten. Zudem wünscht sich der Fahrer Informationen dazu, was das Fahrzeug aktuell sieht, plant und funktionsseitig ausführen kann.

Ein weiteres Nutzerbedürfnis stellt ein nutzerzentriertes Design der Innenkabine dar, welches auf potentiell neue Nebenaufgaben und Anforderungen des zukünftigen Fahrerarbeitsplatzes eingeht. Dabei sollen ein erweitertes Displaykonzept, ein beweglicher Fahrersitz, ein neuartiges Tischkonzept sowie die Interaktion über Sprache und Gestik in das Interieur integriert werden.

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