Studie: Fahrerbeanspruchung

Fahrerbeanspruchung bei unterschieldichen Nebenaufgaben (SAE L2)

Der Fahrer muss in der teilautomatisierten Fahrt (SAE L2) das System überwachen und in der Lage sein, die Fahrzeugführung unmittelbar zu übernehmen. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Fahrer in einem optimalen Beanspruchungszustand zwischen Unter- und Überforderung zu halten, damit er die erforderliche Überwachungsleistung bringen kann (De Waard, 1996). Eine Herausforderung ist die Frage, wie das TANGO-System (der AAA) während der Fahrt bestimmen kann, ob der Fahrer, trotz Nebenaufgabe, in der Lage ist, bei einem Systemfehler zu reagieren.

Im Rahmen einer Fahrsimulatorstudie durchliefen 34 Probanden acht Versuchsbedingungen: Zwei Baselinefahrten (manuelle und teilautomatisierte Fahrt (SAE L2) ohne Nebenaufgabe) und sechs Konditionen in einer einer teilautomatisierten Fahrt (SAE L2) mit Nebenaufgaben. Dabei handelte es sich um verschiedene Ausprägungen einer auditiven Aufgabe in Form des n-back- Tasks (1- und 2-back) sowie des Surrogate Reference Tasks (ISO14198:2012, 2012). Des Weiteren wurde eine Nebentätigkeit in Form von aktivierenden Bewegungs- und Dehnübungseinheiten sowie eine Bedingung, in der ein Video gesehen wurde, integriert. Die subjektive Beanspruchung wurde über Fragebögen, die objektive Beanspruchung mithilfe einer Schildererkennungsaufgabe erhoben. Des Weiteren wurden Blick- und Videodaten der Probanden aufgenommen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass nicht der Beanspruchungsgrad einer Nebenaufgabe entscheidend ist, sondern die Wahrnehmungsmodalität. Visuelle Nebenaufgaben eignen sich nach dieser Studie nicht für eine Nebentätigkeit, wohingegen eine kognitiv beanspruchende, auditive Nebenaufgabe kein Problem darstellt.

Bild: Optimales Aktivitätsniveau (grün) & Prüfstand an der Uni Stuttgart
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