HMI-Evaluation und Nutzererleben bei der Interaktion mit dem AAA

Fahrsimulatorstudie MAN2018b

Auf Basis der Erkenntnisse vorangegangener Studien zur Aufmerksamkeitsverteilung und Müdigkeitsintervention wurde die erste Version des Aufmerksamkeits- und Aktivitätenassistenten (AAA) entwickelt. Dieser erkennt den Fahrerzustand und gibt entsprechende Empfehlungen oder Warnungen aus, die den Fahrer unterstützen. Zudem werden im zugehörigen HMI-Konzept die derzeit ausgeführten Automationsstufen (SAE L2, L3) sowie deren Aktivierung und Wechsel visualisiert. Die vorliegende Studie diente der Evaluierung des Konzepts mit 30 hauptberuflichen Lkw-Fahrern und erfolgte am statischen Fahrsimulator der MAN Truck & Bus SE.

Die Probanden absolvierten eine Eingewöhnungsfahrt sowie zwei Versuchsfahrten in Teil- und Hochautomation (SAE L2, L3). Im Rahmen dieser Fahrten sollten die Probanden die Automatisierung aktivieren, sobald dies möglich war. Vor der Eingewöhnungsfahrt gab es keine Instruktion diesbezüglich. Vor den Versuchsfahrten wurde die Aktivierungslogik ausführlich erklärt. Während der Versuchsfahrten konnten die Probanden nach Bedarf die angebotenen Nebentätigkeiten ausführen. Der AAA gab in SAE L2 Warnungen bei detektierter Unaufmerksamkeit aus und sprach in beiden Automationsgraden (SAE L2, L3) Empfehlungen bezüglich passender Nebentätigkeiten sowie z.B. Routenempfehlungen aus. Während der Fahrten
bewerteten die Fahrer die erfolgten Transitionen sowie die Mode Awareness. In der Nachbefragung wurden des Weiteren Fragen zu Usability, Perceived Usefulness und Akzeptanz des AAA sowie zur Auswahl der Nebentätigkeiten gestellt. Zudem erfolgte die Bewertung eines alternativen Avatars.

Die Ergebnisse zeigen, dass im derzeitigen Konzept nicht allen Fahrern ohne vorherige Instruktion klar ist, wie SAE L2 und L3 aktiviert werden. Während der Fahrt in SAE L2 wissen die Probanden welche Aufgaben bei ihnen und welche beim System liegen. In SAE L3 denkt jedoch ein Großteil der Probanden, dass sie die Fahraufgabe weiter überwachen müssen. Die Aufmerksamkeitswarnungen (SAE L2) des AAA werden generell positiv bewertet, die Warnungen kamen jedoch in dieser Umsetzung zu schnell. Die weiteren Empfehlungen des AAA werden als hilfreich angesehen und die Auswahl an fahrfremden Tätigkeiten gut bewertet. Insgesamt ist die Akzeptanz des virtuellen Beifahrers hoch – bei SAE L3 noch höher als bei SAE L2.

Displays und Bedienelement des Aufmerksamkeits- und Aktivitätenassistenten
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