Auswirkung des AAA auf die Müdigkeitsentwicklung und deren langfristige Folgen (SAE L3)

Fahrsimulatorstudie TUM2019a

Durch die Automatisierung von Fahrfunktionen nimmt der Fahrer eine zunehmend passive Rolle ein, wodurch es leicht zu Unterforderungen kommen kann und der Fahrer ermüdet. In vorausgehenden Studien wurden bereits fahrfremde Tätigkeiten identifiziert, die bereits eingetretener Müdigkeit entgegenwirken können (Chat, Bewegungsspiel). Diese Ergebnisse flossen in die weitere Entwicklung des Aufmerksamkeits- und Aktivitätenassistenten (AAA) ein. Im nachfolgenden Schritt
stellte sich die Frage, ob der AAA mit seinen Hinweisen und seinem Angebot an Tätigkeiten auch dafür geeignet ist, die Müdigkeitsentwicklung von Beginn an vorzubeugen und die Fahrsicherheit dadurch langfristig zu verbessern.

Dies untersuchte die vorliegende Studie in einem dynamischen Fahrsimulator an der Technischen Universität München mit 30 Berufskraftfahrern. Alle Versuchspersonen fuhren zwei automatisierte Fahrten, wovon bei einer der AAA zur Verfügung stand, bei der anderen nicht. Im Anschluss an die automatisierten Fahrten erfolgte in randomisierter Reihenfolge eine kritische oder eine unkritische Übernahmesituation. Nach einer unkritischen Übernahmesituation folgte des Weiteren ein längerer anspruchsvoller Streckenabschnitt (inkl. Kurven und Windböen) welcher manuell durchfahren werden musste. Während der automatisierten Fahrt wurde die Müdigkeit der FahrerInnen mittels Selbsteinschätzung (Karolinska Sleepiness Scale – KSS) und objektiver Bewertung (Observer Rating of Drowsiness – ORD) erfasst. Zudem erfolgte die Messung von Fahrdaten während der kritischen Übernahmesituation und der manuellen Fahrt.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass der AAA die Entstehung der Müdigkeit während einer automatisierten Fahrt verzögern kann. Ein signifikanter langfristiger Effekt auf die Übernahme oder die anschließende manuelle Fahrt konnte nicht gefunden werden, jedoch deuten die deskriptiven Daten auf eine bessere Übernahmegüte bei Verfügbarkeit des AAA hin.

Proband beim Ausführen von Nebentätigkeiten während der automatisierten Fahrt
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