Der Kraftfahrer im Fokus

– nutzerzentrierte Entwicklung eines Konzepts für automatisierte Fahrfunktionen
60. Tagung experimentell arbeitender Psychologen (TeaP), Marburg, Deutschland, 2018

Dominique Stimm, Julia Schäfer und Arnd Engeln (Hochschule der Medien)


Monotonie durch stundenlange Kolonnenfahrten auf der Autobahn erhöht die Müdigkeit und die Gefahr von Sekundenschlaf bei Lastkraftfahrern, und stellt damit eine ernstzunehmende Ursache schwerer Verkehrsunfälle dar (e.g., National Transportation Safety Board Safety Recommendation, 1995).

Das BMWI-geförderte Projekt TANGO („Technologie für automatisiertes Fahren nutzergerecht optimiert“) adressiert dieses Problem in Kooperation mit den Projektpartnern Robert Bosch GmbH, MAN Truck & Bus AG, Volkswagen Aktiengesellschaft, Universität Stuttgart, CanControls GmbH und Spiegel Institut.. Zentrales Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Aufmerksamkeits- und Aktivitätenassistenten, der dem Kraftfahrer gezielt an seinen Fahrerzustand und das Automatisierungslevel des Fahrzeugs angepasste Nebentätigkeiten anbietet. So kann die Monotonie der Fahraufgabe durchbrochen und der Fahrer wachgehalten werden. Die Entwicklung folgt dabei den Prinzipien des nutzerzentrierten Produktentwicklungsprozesses (DIN EN ISO 9241).

Zunächst wurden ethnographische Interviews und Zielgruppenbeobachtungen (Spradley, 1979) durchgeführt, indem LKW-Fahrer auf ihrer Fahrt begleitet und im Anschluss zu ihrem Erleben befragt wurden.

Die Erkenntnisse dieser ersten Untersuchungen wurden in Form von Nutzersteckbriefen sowie daraus abgeleiteten Key Learnings und Handlungsräumen für die Optimierung des Nutzererlebens aufgearbeitet. Auf Basis dieser Handlungsräume wurden Ideen generiert, wie ein Aktivitäten- und Aufmerksamkeitsassistent realisiert werden könnte. Aktuell werden erste Konzepte entwickelt, die in iterativen Phasen evaluiert und überarbeitet werden.

Abstracts 60. TeaP 2018


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